FC Bayern München – Werder Bremen

Bremen auch im 14. Pflichtspiel gegen den FCB ohne Sieg

Zum Saisonende haben wir schon die Duelle gegen die Fische für uns entschieden und nun den Bundesligaauftakt gegen Bremen. Dazu vor Beginn meines Berichtes ein paar Fakten aus der aktuellen Presse:

  • Der FCB gewann die letzten zwölf Bundesliga-Duelle gegen Werder Bremen; eine längere Siegesserie in einer Paarung der Bundesliga-Geschichte gab es noch nie.
  • Werder verlor die letzten 14 Pflichtspiele gegen die Bayern und ist seit 19 Pflichtspielen ohne Sieg gegen den FCB.
  • Der FCB gewann zum fünften Mal in Folge sein Auftaktspiel in eine Bundesliga-Saison; öfter in Folge schaffte er es noch nie.
  • Noch nie gab es einen höheren Sieg an einem ersten Spieltag als ein 6:0 – das war zuvor nur 1974 Offenbach gelungen und zwar gegen die Bayern.
  • Die Bayern machten da weiter wo sie letzte Saison aufgehört hatten und dominierten ihren Gegner mit 27:4 Torschüssen und 67 Prozent der Ballbesitzphasen.
  • Robert Lewandowski erzielte erstmals vor einem fünften Spieltag mehr als ein Tor pro Bundesliga-Spiel und kommt nun auf 124 Bundesliga-Tore – er überholte Frank Mill auf Rang 27 der ewigen Torjägerliste.
  • Philipp Lahm erzielte drei seiner 14 Bundesliga-Tore gegen Werder Bremen, war gegen keinen anderen Verein so erfolgreich.
  • Zum zwölften Mal erzielte ein Spieler des FC Bayern das erste Saisontor – Bestwert, diesmal war es Xabi Alonso.
  • Felix Wiedwald wehrte noch acht der 14 Torschüsse auf seinen Kasten ab, verhinderte Schlimmeres.

16.15 startete der Bus in Dietmannsried, 16.30 pünktlich ging es mit den Kemptner Mitfahrern im Zustieg zum Abendspiel in der Fussball Bundesliga. Mit Clip als „Chef de Maison“, Pedro als „Chef de Avenue“ und den Gutschis an der Kombüse fuhren wir gen München, begleitet von Leckerem aus dem Hause Dedler und dem Allgäuer Brauhaus, als bunt gemischte Truppe (ohne einem Werder Fan???) und bei Traumwetter – präsentiert vom üblichen Sponsor, diesmal Abt!

Die Fahrt verlief trotz alternativer Strecke über A7 und A96 bis zur Allianz Arena relativ zügig, ebenso wie die Abwicklung von Infos und Kartenverteilung mit Hilfe von BAMS und Clip mit dem traditionellen Bordtipp. 8:0, 9:0, 10:0 habe ich noch im Ohr – im Nachgang gar nicht so verkehrt – wie sich dann im Spielverlauf herausstellte. Die Zeit bis zum Anstoss habe ich dann persönlich noch zum Anschauen meines neuen Spassautos genutzt, war auch mal ne neue Erfahrung!

Spielbericht zum Spiel als Auszug aus dem Kicker:

Für Bayerns Trainer Carlo Ancelotti war es das erste Spiel in der Bundesliga. Er tauschte nach dem deutlichen 5:0 im DFB-Pokal gegen Jena dreimal: Hummels, Xabi Alonso und Thiago spielten für Rafinha, Juan Bernat sowie Kimmich (alle Bank). Werder-Coach Viktor Skripnik nahm nach dem blamablen 1:2 im Pokal in Lotte gleich fünf Änderungen vor. Der erst unter der Woche aus Ingolstadt verpflichtete Bauer gab gleich sein Debüt und stand ebenso in der Startelf wie Caldirola, Diagne, Grillitsch und Johannsson. Moisander, Sternberg, Thy (alle Bank) sowie die verletzten Kruse (Außenbandriss im Knie) und Junuzovic (Cut am Auge) waren nicht dabei. Es war von Beginn an zu sehen, wie sich das Spiel entwickeln würde: Bremen stand tief, Bayern trat total dominant auf. Und bereits nach neun Minuten zappelte der Ball erstmals im Netz der Gäste. Caldirolas zu kurze Kopfballabwehr landete bei Xabi Alonso, der das Leder wuchtig ins rechte obere Toreck drosch. Damit hat der Spanier alle seine sieben Pflichtspieltore für die Bayern von außerhalb des Sechzehners erzielt. Und die Fans der Gastgeber mussten nicht lange bis zum zweiten Treffer warten. Nachdem Müller noch an Werder-Keeper Wiedwald gescheitert war (11.), machte es wenig später Lewandowski besser. Der Pole wurde von Ribery auf die Reise geschickt und verwandelte gekonnt ins lange Eck – 2:0 (13.). Anschließend nahmen die Bayern das Tempo raus und überließen den Norddeutschen auch mal längere Ballstafetten. Aber dem SVW fiel offensiv rein gar nichts ein, die Zuspiele in die Spitze waren allesamt ohne Überzeugung und zu ungenau gespielt. Der FCB hatte das Spiel zu jeder Zeit im Griff, Ribery versuchte es aus der Distanz (24.). Gefährlicher wurde da Müller, der zunächst an Wiedwald (31.) und dann am Pfosten scheiterte (32.). Vom Aluminium prallte der Ball zu Lewandowski, aber der schoss über den Kasten. Drei Zeigerumdrehungen später sorgten die Bremer dann mal für Gefahr, allerdings für das eigene Gehäuse: Bartels‘ Klärungsversuch landete auf dem Dreieck. Die Bayern hätten längst höher führen können, spätestens in der 39. Minute, aber Wiedwald lenkte Lewandowskis Abschluss gerade so an die Latte (39.). Nachdem der Pole erneut an Wiedwald gescheitert war (43.), ging es mit dem 2:0 in die Kabinen.

In der zweiten Hälfte dauerte es exakt 39 Sekunden, bis die Bayern das nächste Mal jubeln durften. Grillitsch verlor den Ball im Mittelfeld und dann ging es schnell: Müller flankte auf den zweiten Pfosten, dort verlängerte Lewandowski den Ball artistisch ins Tor. Spätestens jetzt war das Spiel natürlich entschieden. Der SVW brachte offensiv weiter wenig zu Stande, wurde dann nach einer Ecke aber mal ein bisschen gefährlich: Fritz flankte auf den zweiten Pfosten, dort traf Caldirola den Ball nicht voll (53.). Allgemein ließen es die Bayern nun ruhiger angehen. Aber immer, wenn die Hausherren das Tempo anzogen, bekam die neu zusammengestellte Bremer Defensive Probleme. So auch in der 66. Minute: Lahm spielte Doppelpass mit Müller und setzte den Ball an den linken Innenpfosten, von dort aus sprang das Leder ins Tor.

Und das Toreschießen der Münchner ging munter weiter: Müller legte zurück auf Ribery, der schoss aus elf Metern völlig unbedrängt ein. Müller hat nun gegen Bremen in 17 Pflichtspielen 20 Scorerpunkte (9 Tore, 11 Vorlagen) gesammelt. Was die Bremer Defensive an diesem Tag für Lücken aufwies, war eines Bundesligavereins nicht würdig. Die Norddeutschen waren völlig von der Rolle, in der 76. Minute beging der eingewechselte Eggestein ein vollkommen unnötiges Foul an Rafinha im Strafraum. Den fälligen Strafstoß verwandelte Lewandowski sicher (77.). Bei diesem Ergebnis beließen es die Münchner und stellten damit den höchsten Sieg ein, den es bisher an einem 1. Spieltag in der Bundesliga gab (bisher: Kickers Offenbach gewann 1974 gegen die Bayern 6:0).

Das größte Ereignis an diesem Abend war dann vor der das Verlassen des Busparkplatz Nord als erster Bus – danke an die Disziplin der Mitfahrer und an Pedro, der mal wieder – gefühlt zum 190. Mal die Heimfahrt nach dem Spiel in Rekordzeit gestaltete. Der Tippsieger beim Bordtipp war dann – so glaube ich, 20 mal dabei, dies zeigt, dass unsere Mitfahrer im Ganzen doch über eins verfügen: „Fussballsachverstand“.

Spät wars aber nicht zu spät! Gut´s Nächtle, auf ein Neues dann und beste Grüsse aus Kempten!

Euer Uwe