FC Bayern – 1899 Hoffenheim

Spitzenspiel endet mit Torflaute oder wie Auge den Bus rockte!

Bundesliga Spitzenspiel war angesagt – und wer hätte das vor einigen Wochen gedacht. Beide Mannschaften bisher ungeschlagen, Wetter paßte und so ging es gegen 11 Uhr von Dietmannsried ab über Kempten gen München. Markus, Hubbe, Bams in der Orga, Auge und ich teilweise an der Kombüsenkasse. Alles klappte eigentlich bis hin zu unserem ersten Stopp in Lechwiesen, wo die Karten bereits verteilt und kassiert und die erste Pinkelpause des Tages präsentiert wurde vom Tagessponsor ARAL-Tankstelle Dietmannsried (diesmal ohne Gummibären L )

Unsere Weiterfahrt verlief gemütlich mit diversen organisatorischen Hinweisen und der frühen Ankunft in der ersten Reihe am Busparkplatz Nord. Zeit – sich bei heimischer Kost noch bis kurz vor Spielbeginn im Bus aufzuhalten oder die Arena bereits ab 13.30 dann zu betreten um die berühmte „Heizdecke für Oma“ zu kaufen. Kalt war es ja aber trocken. Dann stieg so langsam das Adrenalin, denn ein Stadionbesuch ist immer was besonderes und dann kam auch ganz schnell der Anpfiff zu diesem „Knaller“.

Bayern müht sich zum Ausgleich

Bayern-Coach Carlo Ancelotti änderte seine Startelf nach dem 2:1 in der Champions League in Eindhoven auf vier Positionen: Rafinha, Juan Bernat, Thiago und Douglas Costa begannen anstelle von Lahm, Alaba, Kimmich und Müller.

Zwar bot sich den Bayern die erste Großchance, als Rafinha aus halbrechter Position im Strafraum zum Abschluss kam, allerdings an TSG-Keeper Baumann scheiterte (14.). Dann aber gingen aggressive, couragierte und frech aufspielende Kraichgauer nicht unverdient in Führung: Vogt bediente Amiri mit einem herausragenden Vertikalpass, dieser legte im Strafraum auf den heran-sprintenden Demirbay ab – und dieser vollstreckte aus 16 Metern in den Winkel (16.). Kurz darauf zog Rudy aus der Distanz ab, Neuer parierte (19.). Nagelsmann hatte seine Mannschaft erstklassig eingestellt. 1899 verstand es, eine Balance zwischen konzentrierter Abwehrarbeit und mutigen Angriffen zu finden. Hoffenheim trat leidenschaftlich auf, wirkte besonders in den Zwei-kämpfen präsenter, stand kompakt und gestattete den Bayern nur wenige Räume. Trotzdem hatte Thiago den Ausgleich auf dem Fuß, als Baumann eine Flanke nicht festhalten konnte, der Spanier schien davon aber überrascht zu sein und spielte dem Gästekeeper das Rund in die Arme (20.). Ein ums andere Mal blitzte zwar die Klasse der Individualisten des FCB auf, trotzdem fand er kaum Lösungen gegen die Defensive der Gäste. So war ein Eigentor nötig, um den Rückstand zu egalisieren: Douglas Costa flankte, Zuber grätschte die Kugel Baumann durch die Beine – 1:1 (34.), der Pausenstand. Wirkten die Münchner vor dem Seitenwechsel noch etwas fahrig, so waren sie nun energischer in den Zwei-kämpfen, spielten entschlossener und mit einer anderen Körpersprache. Thiago bot sich die erste Möglichkeit der zweiten 45 Minuten, er verfehlte das Gehäuse per Kopf (52.). Die Münchner zogen nun ein regelrechtes Powerplay auf – mit der gewohnten Präzision im Passspiel und hoher Intensität. Allerdings gelang es ihnen kaum, klare Gelegenheiten zu kreieren. Die Flanke von den Flügeln – besonders vom linken, auf dem Douglas Costa ein Aktivposten war – war das häufigste Stilmittel, dieses aber führte nicht zum Erfolg, denn Müller köpfte bei der besten Chance nach einer Hereingabe in Baumanns Arme (80.). In den Schlussminuten bedurfte es für 1899 einer Menge Fortune, um den Punkt mitzunehmen. Aber das Glück war den Kraichgauern hold, als Hummels per Schlenzer den Außenpfosten traf (87.) und auch Müller in der Nachspielzeit am Aluminium scheiterte (90.+2). So endete die Partie remis. Damit bleiben beide Teams ungeschlagen in dieser Bundesliga-Saison.

Bemerkenswert: Die Bayern treten für den guten Zweck in Shirts aus wiederverwertetem Ozean-Müll an. Ausrüster Adidas und die Umweltschutz-Organisation Parley statten den Rekordmeister mit Trikots aus 308 PET-Flaschen aus, die vor den Malediven aus dem Meer gezogen wurden. So soll auf die Verschmutzung der Weltmeere hingewiesen werden.

Der vereinsinterne Höhepunkt an diesem Abend fand erst nach dem Spiel statt. Nachdem wir relativ gut vom  Nordparkplatz los kamen, musste nicht nur das Unentschieden sondern auch das Tipp-ergebnis verkündet werden. Dabei waren es 2 Glückliche, die den Pott sich teilen durften, letztlich wurde sogar ein Teil an Red Baroons gespendet, danke Euch (die Gewinner wissen wer gemeint ist). Das jemand 1:3 getippt hat und 59-Fan ist, das lassen wir doch mal beiseite. Auge hatte trotz stimmlichen Verlusts Laune und war der Gesangsanimator für die inzwischen doch angeheiterte Truppe. Die Reihen mussten mal wieder hüpfen und sogar Manne ließ sich nicht lumpen – tolle Fahrt Manne! Danke!

Bis neulich dann und beste Grüsse aus Kempten!

Euer Uwe